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Persönliches Absturzschutzsystem

Synonyme:
Persönliche Absturzschutzausrüstung, Persönlicher Schutzausrüstungen gegen Absturz, PSA gegen Absturz, PSAgA, Persönliches Absturzschutzsystem, Fallschutz, Steigschutz, Höhensicherung, Planung und Benutzung von PSA gegen Absturz in Persönlichen Absturzschutzsystemen nach DIN EN 363 (Auszug: „Unternehmerpflichten“)

Definition

Das Persönliche Absturzschutzsystem nach DIN EN 363 ist eine individuelle Form der Absturzsicherung zur Verhinderung des Absturz einer Person. Je nach Auswahl und Zusammenstellung verhindert das System den Übertritt an einer Absturzkante durch zurückhalten oder organisiert im Falle eines ungeplanten Übertritts einen Fangstoß innerhalb zulässiger Verträglichkeitsgrenzen. Die mobilen Systembestandteile eines Persönlichen Absturzschutzsystems nach DIN EN 363 werden auch als PSA gegen Absturz (PSAgA) / Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz bezeichnet.

Quellen: Auszug aus DGUV-R-112-198 und TRBS 2121 (Absturzgefährdung - allgemeine Anforderungen)

Einordnung in die Systematik

Ziel des Einsatzes Persönlicher Absturzschutzsysteme nach DIN EN 363 ist die Abwendung oder Minimierung der Gefährdung bei Arbeiten an Absturzkanten, wenn gem. Gefährdungsbeurteilung nach TRBS 1111 (Gefährdungsbeurteilungen) keine organisatorischen Schutzmaßnahmen in Frage kommen oder die Errichtung kollektiv schützenden technischer Lösungen zur Absturzsicherungen nicht sinnvoll sind. Die Schlüssigkeit der Ergebnisse und Festlegungen müssen innerhalb der Gefährdungsbeurteilung schriftlich dokumentiert werden.

Quelle: §31 der DGUV Vorschrift 1: Grundsätze der Prävention (alt: BGV A1), Auszug aus DGUV-R-112-198 und TRBS 2121 (Absturzgefährdung - allgemeine Anforderungen)

Auswahl, Errichtung und Inbetriebnahme

Der Betreiber hat Persönliche Absturzschutzsysteme entsprechend den Einsatzbedingungen, betrieblichen Verhältnissen, den geplanten Anwendungen und hinsichtlich ihrer Eignung und Vollständigkeit fachkundig auszuwählen.

  • Die Zusammenstellung der Systemkomponenten muss nach DIN EN 363 erfolgen.
  • Bedienungsanleitungen und Herstellerhinweise der Systemkomponenten sind dem Anwender zugänglich zu machen.
  • Für die Benutzung von Persönlichen Absturzschutzsystemen hat der Betreiber eine Betriebsanweisung zu erstellen, die alle für den sicheren Einsatz erforderlichen Angaben für das Verhalten während der Benutzung regelt.
  • Für Bauwerksbereiche mit geplant ortsfesten Anschlageinrichtungen sind statische Nachweise einzuholen und die Nebenbedingungen der Hersteller einzuhalten.
  • Spätestens mit Übergabe an den Benutzer ist eine schriftliche Inventarisierung und Inbetriebnahme der ausgehändigt mobilen (PSA gegen Absturz) und ortsfesten Systemkomponenten vorzunehmen und das Datum der nächsten Prüfung festzulegen.
  • Dies gilt auch für Tragwerke, Bauwerksbereiche oder Anlagen wo später durch Zuhilfenahme von Mobile Anschlageinrichtungen DIN EN 795 (B,E) eine tragfähige Vervollständigung des Persönlichen Absturzschutzsystems flexibel und persönlich durch den Anwender der PSA gegen Absturz vorgenommen werden soll.

Quelle: DGUV-R-112-198, TRBS 2121 und siehe Herstellerhinweise Systembestandteile

Unterweisung

Der Betreiber hat die Benutzer:

  • vor der ersten Benutzung und
  • nach Bedarf, mindestens jedoch
  • einmal jährlich zu unterweisen.

Die Unterweisung muss der aktuellen Gefährdungssituation gem. Gefährdungsbeurteilung angepasst sein. Die Übungen sind unter vergleichbaren Arbeits- und Einsatzbedingungen durchzuführen. Der Umfang der Übungen ist abhängig vom Ausbildungsstand der Beschäftigten und der eingesetzten Persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz. Hilfestellung bei der Erarbeitung und Bestimmung des notwendigen Ausbildungsumfangs und Ausbildungsqualität kann dem DGUV Grundsatz 312-001 entnommen werden. Unter Anwendung des Grundsatzes kann auch bezüglich des potentiellen Ausbilders ein Anforderungskatalog hinsichtlich der fachlichen und pädagogischen Eignung und Kompetenzen abgeleitet werden.

Quelle: §4 der DGUV Vorschrift 1: Grundsätze der Prävention (alt: BGV A1), DGUV-R-112-198, TRBS 2121 und siehe Herstellerhinweise der Systembestandteile nach DIN EN 363

Unterweisungsinhalte

Quelle: Unterweisungsinhalte PSA gegen Absturz (www.berufskletterzentrum.de)

Prüfroutinen

1. Sicht- und Funktionsprüfung durch den Anwender
Die Kenntnis über die Durchführung von Sicht- und Funktionsprüfungen an Systembestandteilen Persönlichen Absturzschutzeinrichtung nach DIN EN 363 stellen daher auch wichtigen Lehrinhalte der Unterweisung eines Anwenders dar.

"Die Versicherten haben persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz vor jeder Benutzung durch Sichtprüfung auf ihren ordnungsgemäßen Zustand und auf einwandfreies Funktionieren zu prüfen."

Quelle: §8.2.1 der DGUV-R 112-198

2. Prüfung durch Sachkundige/ Befähigte Person
"Persönliche Absturzschutzausrüstungen sind entsprechend der Einsatzbedingungen und den betrieblichen Verhältnissen nach Bedarf, mindestens jedoch innerhalb von 12 Monaten auf ihren einwandfreien Zustand durch eine sachkundige Person zu prüfen."

Quelle: §2 der Neuer DGUV Grundsatz 312-906

Der Unternehmer hat persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz entsprechend den Einsatzbedingungen und den betrieblichen Verhältnissen nach Bedarf, mindestens jedoch alle 12 Monate, auf ihren einwandfreien Zustand durch einen Sachkundigen prüfen zu lassen.

Quelle: §8.2.2 der DGUV-R 112-198

3. Ausserordentliche Prüfungen

Während der Lagerung und Benutzung bei und durch den Anwender bzw. Bediener können besondere Umstände eintreten, welche zu einer ausserordentlichen Prüfung von PSA gegen Absturz oder Ortsfesten Anschlageinrichtungen zwingen.

Quelle: diverse Bedienungsanleitungen von Modellen der Ordnung PSA gegen Absturz und Ortsfesten Anschlageinrichtung


Tipp: Übersicht: Relevante Gesetze, Vorschriften und Regeln

angelegt: 18.10.2014 23:05, letzte Änderung: 25.09.2018 14:42