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Gefährdungsbeurteilung

Definition

Die Gefährdungsbeurteilung umfasst als zentrales Element des betrieblichen Arbeitsschutzes die systematische Beurteilung der für die Beschäftigten mit Ihrer Arbeit verbundenen Gefährdungen und Belastungen.

Einordnung in die Systematik

Die Gefährdungsbeurteilung ist neben dem gesunden Menschenverstand das zentrale Instrument im Arbeitsschutz. In einer Gefährdungsbeurteilung nach TRBS 1111 (Gefährdungsbeurteilungen) werden vom Verantwortlichen erforderliche Arbeitsschutzmaßnahmen ermittelt, um Personen gegen Gefährdung zu schützen, welche sich aus der Gestaltung eines Arbeitssystem ergeben könnten. Sie ist das zentrale Instrument im Arbeitsschutz und der Schlüssel zur Verringerung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Erkrankungen.

Anlaß für eine Gefährdungsbeurteilung:

Die Pflicht zur Durchführung der Gefährdungsbeurteilung ist rechtlich verankert im Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) (§§ 5 und 6). Darüber hinaus gilt die Gefährdungsbeurteilung als Führungsinstrument für Stakeholder im Arbeits- und Gesundheitsschutz und trägt dazu bei, Wirtschaftlichkeit, Wettbewerbsfähigkeit und das Unternehmensimage durch verantwortliches Handeln zu verbessern.

  • als Erstermittlung an bestehenden Arbeitsplätzen und Arbeitsumfeldern
  • vor Anschaffung neuer Maschinen und Produktions- und Arbeitsmitteln
  • bei Änderung von Vorschriften bzw. Veränderungen im Stand der Technik
  • wenn ein bestehendes Arbeitssystem technisch oder organisatorisch wesentlich verändert wird
  • nach dem Auftreten von Arbeitsunfällen, Beinaheunfällen und arbeitsbedingten Erkrankungen

Voraussetzungen für eine Gefährdungsbeurteilung:

  1. Betriebliche Organisation des Arbeitsschutzes in einem angemessenen Arbeitsschutzmanagementsystem (AMS)
  2. Einteilung der Unternehmensstruktur und Arbeitsaufgaben in geeignete Betrachtungseinheiten (Standort, Tätigkeit, Stakeholder)

Ablauf einer Gefährdungsbeurteilung

  1. Ermittlung aller Gefährdungen und Einteilung in Gefährdungsgruppen (Gefährdungsermittlung , -anpassung)
  2. Festlegung von Schutzzielen und Zuordnung der ermittelten Gefährdungen (Gefährdungsbewertung)
  3. Maßnahmenfestlegung, um Gefahr abzustellen oder auf ein vertretbares Maß zu reduzieren ggf. Restrisikoidentifikation (Gefährdungsbehandlung)
  4. Last Minute Risk Analysis (LMRA)
  5. Dynamische Betrachtung der Maßnahmen auf Wirksamkeit (Gefährdungskontrolle)

Links:


Tipp: Übersicht: Relevante Gesetze, Vorschriften und Regeln

angelegt: 18.10.2014 23:05, letzte Änderung: 11.09.2018 14:41