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Absturzkante

Synonyme:
Sturzkante, Wasserkante, Abrutschkante, Einbruchkante, Was ist eine Absturzkante? Ab welcher Höhe Absturzsicherung?

Definition

Eine Absturzkante ist eine Kante, über die eine Person oder ein Gegenstand aufgrund fehlender Gegenmaßnahmen herab fallen kann.

Quelle: [ASR A2.1 - technische Regeln für Arbeitsstätten - Schutz vor Absturz und herabfallenden Gegenständen, Betreten von Gefahrenbereichen]

Systematische Einordnung

Der Übergang von einer tragfähigen zu einer nicht tragfähigen Fläche (Abrutsch-, Einbruch- oder Versinkungsgefahr) wird in Arbeitsumfeldern ebenfalls als Absturzkante bezeichnet. Die gedachte Tangentenlinie an gewölbten Flächen mit einem Neigungswinkel größer als 60° gilt ebenfalls als Absturzkante.

Grundsätzlich gilt in den geltenden Arbeitsschutzvorschriften die Einhaltung eines Mindestabstand von 2m zu einer Absturzkante als ungefährlich.

Folglich muss für jede Absturzkante, welche dichter als 2m an einem geplanten Arbeitsweg oder Arbeitsstelle gelegen ist eine Absturzsicherung vorgenommen werden. Die Betrachtung und Analyse von bestehenden Absturzkanten mit Gefahr des Absturz (Sturzarten) muss innerhalb einer Gefährdungsbeurteilung erfolgen. In der Betrachtung müssen die Wechselwirkungen theoretischer Absturzhöhe und das zu erwartende Verhalten der fallenden Person im Sturzraum mit behandelt werden.

Quelle: TRBS 2121 (Absturzgefährdung - allgemeine Anforderungen), [ASR A2.1 - technische Regeln für Arbeitsstätten - Schutz vor Absturz und herabfallenden Gegenständen, Betreten von Gefahrenbereichen]

Ab welcher theoretischen Sturztiefe spricht man von einer Absturzkante im arbeitsschutzrechtlichen Sinn?

Ob und wann eine Absturzkante im engeren Sinne der relevanten Arbeitsschutzvorschriften angenommen und mit arbeitsschutzrechtlichen Gegenmaßnahmen behandelt werden muss ist vom Charakter des Arbeitsumfelds abhängig.

  1. unabhängig von der Absturzhöhe an Verkehrswegen und Arbeitsplätzen
    • an und über Wasser,
    • an und über anderen festen oder flüssigen Stoffen in denen man versinken kann,
    • auf mobilen Leitern ohne Gefährdungsbeurteilung
  2. bei mehr als 1,00 m Absturzhöhe, soweit nicht nach Nummer 1 zu sichern ist, an
    • freiliegenden Treppenläufen,
    • freiliegenden Treppenabsätze,
    • Wandöffnungen,
    • Bedienungsständen von Maschinen und deren Zugängen;
  3. bei mehr als 2,00 m Absturzhöhe an allen übrigen Arbeitsplätzen und Verkehrswegen;
  4. bei mehr als 3,00 m Absturzhöhe abweichend von Nummer 3 an Arbeitsplätzen und Verkehrswegen auf Dächern;
  5. bei mehr als 5,00 m Absturzhöhe abweichend von Nummern 3 und 4 beim Mauern über die Hand und beim Arbeiten an Fenstern.

Anmerkung zu 3.:
Die 3 Meter Regel gilt aufgrund der ASR2.1 ( zuletzt geändert GMBl 2017) nur noch für "Arbeitsplätze und Verkehrswegen auf Dächern und Geschossdecken mit bis zu 22,5 Grad Neigung und nicht mehr als 50,00 m² Grundfläche, sofern die Arbeiten von hierfür fachlich qualifizierten und körperlich geeigneten Beschäftigten ausgeführt werden, welche besonders unterwiesen sind. Die Absturzkante muss für die Beschäftigten deutlich erkennbar sein.

Quelle: ASR 2.1 und DGUV V38 § 12 Absturzsicherungen (1)


Tipp: Übersicht: Relevante Gesetze, Vorschriften und Regeln

angelegt: 09.02.2017 12:59, letzte Änderung: 07.09.2018 10:04