Familien » Schlingen, Verbindungsmittel und Falldämpfer

Prüfcheckliste

Familiencheckliste

Prüfgrundlage:
DGUV G 312-906, DIN EN 365, TRBS 1201
  1. Prüffähigkeit & Herstellerhinweise
  2. Kennzeichnung & Identität
  3. Daten & Ablegereife
  4. Gebrauchs- & Prüfhistorie
  5. Änderungen & Kompatibilität
  6. Zustand der textilen Bestandteile
  7. Zustand sicherheitsrelevanter Nähte
  8. Zustand der metallenen Bestandteile
  9. Funktionsprüfung

Master-Checkliste: Bandfalldämpfer (BFD)

Prüfgrundlage:
DGUV G 312-906, DIN EN 365, TRBS 1201
  1. Prüffähigkeit & Herstellerhinweise
  2. Kennzeichnung & Identität
  3. Daten & Ablegereife
  4. Gebrauchs- & Prüfhistorie
  5. Änderungen & Kompatibilität
  6. Zustand der textilen Bestandteile
  7. Zustand sicherheitsrelevanter Nähte
  8. Zustand der Indikatornaht des Bandfalldämpfers
  9. Zustand der Schutzkomponente vom Bandfalldämpfers

Master-Checkliste: BFD mit Verbindungselement (VE)

Prüfgrundlage:
DGUV G 312-906, DIN EN 365, TRBS 1201
  1. Prüffähigkeit & Herstellerhinweise
  2. Kennzeichnung & Identität
  3. Daten & Ablegereife
  4. Gebrauchs- & Prüfhistorie
  5. Änderungen & Kompatibilität
  6. Zustand der textilen Bestandteile
  7. Zustand sicherheitsrelevanter Nähte
  8. Zustand der Indikatornaht des Bandfalldämpfers
  9. Zustand der Schutzkomponente vom Bandfalldämpfers
  10. Zustand des Verbindungselements
  11. Zustand des Schließmechanismus
  12. Zustand des Verriegelungsmechanismus bei Verbindungselementen
  13. Funktionsprüfung

Master-Checkliste: Verbindungsmittel (VM)

Prüfgrundlage:
DGUV G 312-906, DIN EN 365, TRBS 1201
  1. Prüffähigkeit & Herstellerhinweise
  2. Kennzeichnung & Identität
  3. Daten & Ablegereife
  4. Gebrauchs- & Prüfhistorie
  5. Änderungen & Kompatibilität
  6. Zustand der textilen Bestandteile
  7. Zustand sicherheitsrelevanter Nähte

Master-Checkliste: VM+BFD

Prüfgrundlage:
DGUV G 312-906, DIN EN 365, TRBS 1201
  1. Prüffähigkeit & Herstellerhinweise
  2. Kennzeichnung & Identität
  3. Daten & Ablegereife
  4. Gebrauchs- & Prüfhistorie
  5. Änderungen & Kompatibilität
  6. Zustand der Indikatornaht des Bandfalldämpfers
  7. Zustand der Schutzkomponente vom Bandfalldämpfers
  8. Zustand der textilen Bestandteile
  9. Zustand sicherheitsrelevanter Nähte
  10. Funktionsprüfung

Master-Checkliste: VM+BFD+VE

Prüfgrundlage:
DGUV G 312-906, DIN EN 365, TRBS 1201
  1. Prüffähigkeit & Herstellerhinweise
  2. Kennzeichnung & Identität
  3. Daten & Ablegereife
  4. Gebrauchs- & Prüfhistorie
  5. Änderungen & Kompatibilität
  6. Zustand der Indikatornaht des Bandfalldämpfers
  7. Zustand der Schutzkomponente vom Bandfalldämpfers
  8. Zustand der textilen Bestandteile
  9. Zustand sicherheitsrelevanter Nähte
  10. Zustand des Verbindungselements
  11. Zustand des Schließmechanismus
  12. Zustand des Verriegelungsmechanismus bei Verbindungselementen
  13. Funktionsprüfung

Master-Checkliste: VM+VE

Prüfgrundlage:
DGUV G 312-906, DIN EN 365, TRBS 1201
  1. Prüffähigkeit & Herstellerhinweise
  2. Kennzeichnung & Identität
  3. Daten & Ablegereife
  4. Gebrauchs- & Prüfhistorie
  5. Änderungen & Kompatibilität
  6. Zustand der textilen Bestandteile
  7. Zustand sicherheitsrelevanter Nähte
  8. Zustand des Verbindungselements
  9. Zustand des Schließmechanismus
  10. Zustand des Verriegelungsmechanismus bei Verbindungselementen

Beschreibung

Bei der gewerblichen Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) gegen Absturz steht die garantierte Kraftreduktion im Zentrum. Verbindungsmittel von Auffangsystemen werden mit Falldämpfern ausgestattet, welche den in einer Auffangöse eines Gurtes auftretenden Fangstoß auf ein biokompatibles Maximum von 6 kN (Verträglichkeitsgrenze) sicher begrenzen.

Im sportlichen Freizeitbereich, wie dem Alpinklettern, übernehmen stattdessen dynamische Kletterseile die primäre Energieabsorption durch elastische Dehnung. Bandschlingen und statische Verbindungsmittel dienen hier ausschließlich der Positionierung und Selbstsicherung am Standplatz. Ein Sturz in ein ungedämpftes statisches System ist lebensgefährlich. Klassische Falldämpfer kommen im Freizeitsport fast ausschließlich als standardisierte aufreißende Systeme von sogenannten Klettersteigsets zum Einsatz.

Technisch komplexere temporäre Freizeitaktivitäten z.B. Geocaching und Canyoning bedienen sich aus den Seil- und Sicherungstechniken beider Ansätze.

Bänder

  • Band
    Ein Band ist eine lange, schmale, flache textile Struktur, die der Kraftaufnahme und nicht der Energieaufnahme dient.
    Quelle: DIN EN 565

Die Verwendung von geknotetem Bandmaterial ist in Arbeits- und Trainingsumfeldern unzulässig und nur vereinzelt noch im privaten Sport- und Freizeitbereich als Notfallmaßnahme geduldet. Hier spielt es auch keine Rolle, ob das Band nach UIAA 103 oder DIN EN 565 zertifiziert wurde. Im Grunde dienen diese Zertifizierungen ausschließlich zur Vorbereitung, um als Ausgangsmaterial während der Produktion von Schlingen, Verbindungsmitteln, Gurten, Falldämpfern, Anschlagschlingen etc. später verwendet werden zu können.

Schlingen

  • Schlinge
    Verbindet man die zwei Enden eines Bandes erhält man eine Schlinge. Eine Schlinge ist definiert als ein durch Nähte oder andere Verbindungsweise formschlüssig zusammengefügtes Band, Reepschnur oder Seilstück.
    Quelle: DIN EN 566

Den Bändern vorgezogen werden im kontrollierten Bergsport Schlingen des internationalen Standards UIAA 104.

Schlingen in Arbeitssystemen und Trainingsumgebungen

Verbindungsmittel

  • Verbindungsmittel
    Das Verbindungsmittel (VBM) beinhaltet mindestens zwei Endverbindungen mit einer maximale Länge: 2000 mm. Das VBM kann aus Metall, Gurtband, Seil, Drahtseil oder Kette bestehen. Endverbindungen können vernäht, verknotet oder mit einem Metallteil versehen sein.
    Quelle: DIN EN 354
  • Selbstsicherungsverbindungsmittel
    Verbindungsmittel, die als primäre Verbindung zwischen dem Kletterer und dem Sicherungsstand gedacht sind und einem dynamischen Belastung standhalten können.
    Quelle: DIN EN 17520

Verbindungsmittel nach UIAA 109 ermöglichen es dem Anwender, sich mit seinem Persönlichen Absturzschutzsystem von seiner Anschlagmöglichkeit gesichert zu entfernen. Verbindungsmittel können aus Chemiefasern (Seilen und Bändern), Drahtseilen oder Ketten hergestellt sein. Sie sind mit geeigneten Endverbindungen (vernähte oder gespleißten Schlaufen) ausgestattet und ermöglichen so eine knotenfreie Zusammenstellung des Persönliches Absturzschutzsystem.

Zur Vermeidung der Gefahr der Schlaffseilbildung und zur Reduzierung der Fallstrecke empfehlen sich Verbindungsmittel mit einer Längeneinstellvorrichtung.

Soweit mit erhöhter Schmutzeinwirkung oder UV-Strahlung zu rechnen ist, sind Verbindungsmittel aus geflochtenen Seilen (Kernmantelseile) zu bevorzugen. Aufgrund des schützenden Mantels bleibt der überwiegend tragende Kern des Seiles vor äußeren Einwirkungen weitgehend geschützt.

Verbindungsmittel in Arbeitssystemen und Trainingsumgebungen

  • müssen der DIN EN 354 entsprechen
  • gedrehte Seile mit Durchmesser 12 mm bzw. 16 mm
  • geflochtene Seile (Kernmantelseile) mit Durchmesser 11 mm bis 14 mm und
  • Gurtbänder mit einer Breite von 27 mm

Quelle: DGUV R 112-198 Abs. 7.7

Längenverstellbare Verbindungsmittel

Sie dienen dem Verbinden eines Haltegurtes mit einem Anschlagpunkt oder dem Umschlingen, um ein Halten oder Positionieren zu ermöglichen. Einstellbare Verbindungsmittel und Halteseile sind stufenlos in der Länge (durch Seilkürzer) verstellbare Verbindungsmittel. Sie bestehen aus Chemiefaser-Seilen, Drahtseilen oder Chemiefaser-Bändern mit Endverbindungen und haben eine Längeneinstellvorrichtung.

Längenverstellbare Verbindungsmittel / Halteseile in Arbeitssystemen und Trainingsumgebungen

Verbindungsmittel nach DIN EN 358 sind Bestandteil von Rückhalte- und Arbeitsplatzpositionierungssystem (APS) nach DIN EN 363.
Quelle: DGUV R 112-198 Abs. 7.8

Falldämpfer

  • Falldämpfer
    Ein Falldämpfer ist ein Einzelteil oder Bestandteil eines Auffangsystems, das die während eines Sturzes entstandene kinetische Energie umwandelt und die im System auftretende Kraft limitiert.
    Quelle: DIN EN 355

Es gibt Reibungs-Falldämpfer und Aufreiß-Falldämpfer (Bandfalldämpfer). Aufreiß-Falldämpfer sind besonders dann geeignet, wenn Arbeiten unter Schmutz- und Nässeeinwirkungen durchgeführt werden müssen, die die Funktion des Reibungs-Falldämpfers beeinträchtigen können.

  • Bandfalldämpfer
    Bei Bandfalldämpfern wird die für den Anwender und Ankerpunkt nichtverträgliche Fangstoß durch planmäßiges Aufreißen eines in mehreren Lagen vernähten Gurtband abgebaut.
  • Reibungsfalldämpfer
    Bei Reibungsfalldämpfern wird die für den Anwender nichtverträgliche Sturzenergie über planmäßige Auffangverzögerung durch Seilreibung erzeugt.

Falldämpfer sind häufiger Bestandteil von Auffangsystem (AS) und sollen den Anwender im Falle eines Auffangvorgangs vor schweren Verletzungen schützen, indem sie durch Verlängerung des Bremsweges den Fangstoß im Anseilpunkt der Auffanggurte, Anseilgurte und Körperhaltevorrichtungen verringern.

Bei einem Auffangvorgang in ein Persönliches Absturzschutzsystemen muss dem Anwender, insbesondere bei der Verwendung von Falldämpfern, immer ausreichende Absturzhöhe im Sturzraum zur Verfügung stehen um hinreichend wirken zu können. Dieser ist den Herstellerhinweisen des Inverkehrbringers entweder direkt zu entnehmen oder es gibt eine Anleitung wie dieser individuell bestimmt werden kann.

Falldämpfer in Arbeitssystemen und Trainingsumgebungen

Nach DIN EN 355 genormte Falldämpfer entfalten ihre Wirkung in Abhängigkeit von Ihrer zugeordneten max. Benutzeranzahl, spätestens jedoch ab einem Fangstoß von 6kN. Die in einen Anseilpunkt nach DIN EN 361 eingeleiteten 6kN stellen für einen Anwender nach aktueller Konformität & Stand der Technik eine angemessene Verträglichkeit sicher.

Falldämpfer können in Verbindungsmittel integriert oder als Verbindungsmittel ausgeführt sein. Diese dürfen in der Regel in ihrer Länge (z.B. durch Anfügen zusätzlicher Bestandteile) nicht verändert werden. Ausnahmen sind in der Gebrauchsanleitung angegeben.
Quelle: DGUV R 112-198 Abs. 7.10

Bei der Verwendung von Falldämpfern ist die zulässige Gesamtsystemlänge zu beachten. Falldämpfer müssen so angeschlagen werden, dass deren Funktion nicht beeinträchtigt wird.
Quelle: DGUV R 112-198 Abs. 8.9

ToDo Freizeit und Bergsport Selbstsicherungsverbindungsmittel DIN EN 17520, DIN EN 17109 und UIAA 128

ToDo Einbindung Klettersteigsets DIN EN 958

FAQ

Verbindungsmittel, Expressschlingen, Bandfalldämpfer, Reibungsfalldämpfer, Fangstoßdämpfer, Halteseile, Kurzseil, Kurzsicherung, längenverstellbares Verbindungsmittel

Literaturverweise

Name letzte Aktualisierung Titel
UIAA 103 01.02.2018 UIAA Sicherheitsstandard 103 - Bandmaterial
UIAA 104 01.02.2018 UIAA Sicherheitsstandard 104 - Schlingen
UIAA 109 01.10.2021 UIAA Sicherheitsstandard 109 - Verbindungsmittel
RfU 11 .075 Kantenprüfung
PPE-R 11. 074 31.01.2024 EN 354, EN 355, horizontaler Einsatz; Verbindungsmittel mit Falldämpfer, Kantentest
DGUV R 112-198 01.09.2019 DGUV Regel 112-198 - Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz
UIAA 128 01.05.2018 UIAA Sicherheitsstandard 128 - Falldämpfende Systeme
DIN EN 12841 :2024-04 Persönliche Absturzschutzausrüstung - Systeme für seilunterstütztes Arbeiten - Seileinstellvorrichtungen
DIN EN 1498 :2007-01 Persönliche Absturzschutzausrüstungen - Rettungsschlaufen
DIN EN 1498 B 2007 Persönliche Absturzschutzausrüstungen - Rettungsschlaufen
DIN EN 17109 :2025-02 Bergsteigerausrüstung - Einzelsicherungssysteme für Seilgärten - Sicherheitsanforderungen und Prüfverfahren
DIN EN 17520 :2022-02 Bergsteigerausrüstung - Selbstsicherungsverbindungsmittel - Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren
DIN EN 19427 :2017-04 Persönliche Absturzschutzausrüstung - Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz zur Verwendung in Arbeitskörben auf fahrbaren Hubarbeitsbühnen
DGUV G 312-906 2017 DGUV Grundsatz 312-906 - Grundlagen zur Qualifizierung von Personen für die sachkundige Überprüfung und Beurteilung von persönlichen Absturzschutzausrüstungen
DIN EN 353-2 :2002-09 Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz - Teil 2: Mitlaufende Auffanggeräte einschließlich beweglicher Führung
DIN EN 355 :2002-09 Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz - Falldämpfer
DIN EN 358 :2019-02 Persönliche Schutzausrüstung zur Arbeitsplatzpositionierung und zur Verhinderung von Abstürzen - Gurte und Verbindungsmittel zur Arbeitsplatzpositionierung oder zum Rückhalten
DIN EN 362 :2008-09 Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz - Verbindungselemente
DIN EN 565 :2017-10 Bergsteigerausrüstung - Band - Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren
DIN EN 566 :2017-05 Bergsteigerausrüstung - Schlingen - Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren
DIN EN 958 :2017-05 Bergsteigerausrüstung - Fangstoßdämpfer für die Verwendung auf Klettersteigen (Via Ferrata) - Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren
FB PSA - 010 17.06.2021 FBPSA-010: PSA gegen Absturz in Arbeitsbühnen von fahrbaren Hubarbeitsbühnen