Familien » Allgemeine Anforderungen (AP)

Prüfcheckliste

Familiencheckliste

Prüfgrundlage:
TRBS 1201, DIN CEN/TS 16415, DIN EN 17235, DGUV PL Prüfung AE, FB PSA - 017
  1. Lageskizze vorhanden
  2. Errichtungsprotokoll vorhanden
  3. Kompatibilität der PSA gegen Absturz
  4. Gefährdungsbeurteilung
  5. Benutzerkompetenz und Eignung
  6. Rettungs- und Evakuierungsplan
  7. Betriebsanweisung
  8. Betriebserlaubnis
  9. Gebrauchs- & Prüfhistorie
  10. Sichtprüfung AE (optischer Zustand)
  11. Kennzeichnung & Identität
  12. Änderungen & Kompatibilität
  13. Funktionsprüfung
  14. Angaben des Herstellers wurden berücksichtigt

Master-Checkliste: Anschlagmöglichkeiten auf Dächern - Checkliste WU

Prüfgrundlage:
DGUV I 201-056, DIN EN 517 A, DIN CEN/TS 16415, DIN EN 17235, ASR A1.3, ASR A1.8, ASR A2.1, DGUV PL Prüfung AE, FB PSA - 017
  1. Ist Korrosion an einer der Komponenten (Stab, Fußplatte, Ringöse etc.) erkennbar?
  2. Kann eine Ursache für die Korrosion (z.B. Kamin in der Nähe) festgestellt werden?
  3. Ist die Tragfähigkeit der Anschlageinrichtung eingeschränkt?
  4. Ist die Befestigung einsehbar?
  5. Wenn ja, ist die Befestigung vollständig und korrekt ausgeführt? (ggf. Anzugsdrehmoment überprüfen!)
  6. Ist eine der Komponenten verschmutzt (z.B. durch Vogelkot, Moose, Algen)?
  7. Beeinträchtigt die Verschmutzung die Funktionsfähigkeit?
  8. Gibt es Möglichkeiten die Verschmutzung zukünftig zu verhindern?
  9. Sind die Anschlagpunkte erkennbar verformt oder deformiert? (z.B. durch Absturzbelastung)
  10. Sind Schäden infolge einer Schneebelastung erkennbar?
  11. Sind Schäden infolge eines Blitzeinschlages erkennbar?
  12. Kann eine Fremdeinwirkung oder Manipulation festgestellt werden?
  13. Ist der Kennzeichnungsaufkleber vorhanden und lesbar?
  14. Sind alle Komponenten des Anschlagpunktes gemäß Montageanleitung und Stückliste noch vorhanden? (z.B. Anschlagöse, Fächerscheibe, Kontermutter)
  15. Ist die Anschlagöse durch Kontern der Kontermutter gegen Abdrehen gesichert?
  16. Ist die Gebrauchsanleitung für den Anschlagpunkt vorhanden?
  17. Ist die Montagedokumentation vorhanden und korrekt ausgefüllt?
  18. Ist die Befestigungsdokumentation (ggf. mit Fotos) vorhanden? Vergleiche hierzu DIN EN 795:2012 (Anhang A).

Master-Checkliste: Ortsfeste Leitern und Zugänge

Prüfgrundlage:
TRBS 1201, DIN EN ISO 14122, DIN EN 14396, DIN 18799
  1. Errichtungsprotokoll vorhanden
  2. Gebrauchs- & Prüfhistorie
  3. Lageskizze vorhanden
  4. Typenschild
  5. Kennzeichnung & Identität
  6. Gefährdungsbeurteilung
  7. Betriebsanweisung
  8. Benutzerkompetenz und Eignung
  9. Rettungs- und Evakuierungsplan
  10. Betriebserlaubnis
  11. Zugangssicherung (Boden)
  12. Rückenschutz-Integrität
  13. Wandanker (Statik)
  14. Wandanker (Tragende Bauteile)
  15. Zustand (Holme)
  16. Maße (Sprossen von Ortsfesten Leitern und Zugängen)
  17. Festigkeit (Sprossen)
  18. Ruhepodeste
  19. Maße (Um- und Ausstiege von Ortsfesten Leitern und Zugängen)
  20. Um- und Ausstiege
  21. Rutschhemmung
  22. + Schachtleitern (DIN EN 14396)
  23. + Maschinenleitern (DIN EN ISO 14122-4)
  24. + Notleitern / Fluchtwege (DIN 14094-1)
  25. + Steigschutz nach (DIN EN 353-1)

Beschreibung

Planung von Anschlagmöglichkeiten zur Personensicherung

Die Auswahl und Zuweisung von Anschlagmöglichkeiten zur Absturzsicherung von Personen bei der Verwendung Persönlicher Absturzschutzsystem setzt eine Untergrundprüfung (Statik und Beschaffenheit) voraus.

Werden Anschlagmöglichkeiten über bauliche Veränderungen verbessert oder Installationen z.B. mobile, temporäre oder permanent befestigte Systeme aufgewertet, müssen diese Veränderungen in Art und Ausführung sauber dokumentiert, markiert und geprüft sein. Insbesondere die Inbetriebnahme von Systemen, wo später der Untergrund oder die Befestigungstechnik nicht mehr einzusehen sind (z. B. unter Isolationsschichten oder verklebten Dachverkleidungen), lassen für den Betreiber bzw. Hauptverantwortlichen vergleichsweise hohe Anforderungen entstehen.

Errichtungsunterlagen

Schon in der Planungsphase sollte daher die Basis für eine saubere Dokumentation der Errichtungsgeschichte begonnen werden. Effektive Planung startet mit einer aussagefähigen Lageskizze, welche im Prozess aktuell gehalten bleibt.

Lageskizze

Nutzen Sie einen geeigneten Rohling und markieren Sie im Entwurf zunächst die

  • bestehende Absturzkante
  • bestehende Gegenmaßnahmen der Absturzsicherung
  • Zugänge
  • Stellen, welche zukünftig zur Aufnahme von Handlungen erreicht werden sollen oder müssen
    • prognostizieren Sie überschlägig die Häufigkeit und Dauer der Handlungen an jeweiliger Stelle
    • markieren Sie die Stellen, welche durch mehr als eine Person gleichzeitig erreicht werden sollen
    • markieren Sie Stellen für planmäßig zu belastende Anschlageinrichtungen, welche für vertikale Aufgaben ertüchtigt werden sollen (Lastenbewegung, Personenbeförderung)

Diesen Entwurf binden Sie in die Angebotsabfrage/Ausschreibungstext ein, hinterlegen diesen in den Dokumenten Ihres Normmodels und warten auf die Reaktion potentieller Auftragnehmer. Sofern Einrichtungen zurückgebaut oder mit permanenter Befestigung als Anschlagmöglichkeit ergänzt werden, wird für gewöhnlich jeder potentielle Auftragnehmer mit eigenen Tools und Prozessen, Ihren "Entwurf" in eine bessere und für potentielles Montagepersonal verständlichere "Planungsskizze" überführen und mit einem Angebot über seine Produkte zur Verfügung stellen. Ob die Montage nun durch diesen Auftragnehmer oder einen anderen erfolgt, die Montagebedingungen müssen beachtet werden.

Montagebedingungen

Den Herstellerhinweisen ist unbedingt Folge zu leisten. Die Befähigung zur Montage und Prüfung wird nicht grundsätzlich, aber sehr häufig vom jeweiligen Hersteller reglementiert.

Mit der Montagedokumentation wird gegenüber dem Auftraggeber der Nachweis erbracht, dass die Montage fachgerecht
entsprechend Planung und Auswahl erfolgt ist. Darüber hinaus wird die Montagedokumentation meist zur unverzichtbaren Grundlage für eine spätere Prüftauglichkeit herangezogen.

Anforderungen an das Montagepersonal

  • Fachkunde im Bezug auf die technische Errichtung (z.B. Schulung / Autorisierung durch Hersteller)
  • Fähigkeit zur Erstellung der Montagedokumentation
  • Montagepersonal ist in der Lage sich während der Bauphase alternativ gegen Absturz zu sichern
  • Fähigkeit zur Beurteilung der tatsächlichen Einbausituation und des Untergrundes
  • Abgleich der Planungsdaten mit der realen Bauwerkssituation

Insbesondere in Fällen, wo die Befestigung der Einrichtung nach Montage (Sandwichdächer, Klettersteige) oder nach Fertigstellung des Bauwerks (Versperrung durch Trockenbaudecken/-wände) nicht mehr einsehbar sind ist zu beachten, das bestenfalls jeder Montageschritt vom Montagepersonal quittiert und belegt werden sollte. Abweichungen von der Planungsskizze müssen gesondert erklärt werden und bestenfalls unter Einbindung der Lieferkette erfolgen.

Anforderungen an die Montagedokumentation

  • Objektidentifikation (Objekt XY in xxxx Ort)
  • Montagefirma (Firma ZZ aus 8989 Musterhausen)
  • Verantwortlicher Monteur (Montageverantwortlich: Hr. xxx)
  • Produktidentifikation (Hersteller der AE, Typ Modell / Artikel)
  • Befestigungsmittel (Hersteller, Produkt, zulässige Zug- & Querkraft, Bohrbild)
  • Lageskizze (Ist-System, Absturzkanten) und Benutzerinformation: Wo befinden sich welche Anschlagpunkte? ➜ z.B. relevant bei Schnee Dieser Schemaplan muss am Bauwerk für jeden ersichtlich angebracht sein z.B. beim Dachausstieg

Bestätigungen durch Montageverantwortlichen (von diesem unterschrieben)

  • zum Zeitpunkt der Montage gültige Einbauanleitung des Herstellers wurde eingehalten
  • Einbauanleitungen des oder der Hersteller wurden eingehalten
  • Ausgeführt wie geplant, Untergrund wie vorgegeben
  • Befestigt wie vorgegeben (z.B. Dübel- bzw. Schweissnahtprotokoll etc.)
  • Befestigungsmittel/-verfahren nach Herstellerangaben geprüft & dokumentiert
  • Fotodokumentation, insbesondere von Details, die im Endzustand später nicht mehr sichtbar sind.

Quelle: DGUV I 201-056 (2015)

Inbetriebnahme (inkl. Betreiberprüfung)

Quelle: DGUV I 201-056 (2015)

Einordnung in die Systematik:

Anschlagmöglichkeiten dienen der Verbindung der PSA gegen Absturz des Anwenders zu einem vollständigen Persönliches Absturzschutzsystem z.B. nach DIN EN 363, zum Zwecke einer Absturzsicherung an einer Absturzkante mit und ohne Fangstoß. Die Gegenmaßnahmen zur Reaktion auf die Sicherheit & Risiko des Hängetrauma müssen über eine Gefährdungsbeurteilung und Rettungsplanung betrachtet und über geignete Rettungssysteme abgesichert werden.

Literaturverweise

Name letzte Aktualisierung Titel
DGUV R 112-198 01.09.2019 DGUV Regel 112-198 - Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz
DIN EN 12572-1 :2017-05 Künstliche Kletteranlagen - Teil 1: Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren für KKA mit Sicherungspunkten
DIN EN 12841 :2024-04 Persönliche Absturzschutzausrüstung - Systeme für seilunterstütztes Arbeiten - Seileinstellvorrichtungen
DIN EN ISO 14122 2016 Sicherheit von Maschinen - Ortsfeste Zugänge zu maschinellen Anlagen
DIN EN ISO 14122-1 :2016-10 Sicherheit von Maschinen - Ortsfeste Zugänge zu maschinellen Anlagen - Teil 1: Wahl eines ortsfesten Zugangs und allgemeine Anforderungen
DIN EN ISO 14122-2 :2016-10 Sicherheit von Maschinen - Ortsfeste Zugänge zu maschinellen Anlagen - Teil 2: Arbeitsbühnen und Laufstege
DIN EN ISO 14122-3 :2016-10 Sicherheit von Maschinen - Ortsfeste Zugänge zu maschinellen Anlagen - Teil 3: Treppen, Treppenleitern und Geländer
DIN EN 15567-1 :2020-05 Sport- und Freizeitanlagen - Seilgärten - Teil 1: Konstruktion und sicherheitstechnische Anforderungen
DIN EN 15567-2 :2015-08 Sport- und Freizeitanlagen - Seilgärten - Teil 2: Anforderungen an den Betrieb
DIN CEN/TS 16415 :2017-11 Persönliche Absturzschutzausrüstung - Anschlageinrichtungen - Empfehlungen für Anschlageinrichtungen, die von mehreren Personen gleichzeitig benutzt werden
DIN EN 17235 :2025-01 Permanente Anschlageinrichtungen und Sicherheitsdachhaken
DIN 18799 2021 Ortsfeste Steigleiteranlagen an baulichen Anlagen - Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfungen
DGUV I 201-056 01.09.2025 DGUV Information 201-056 - Schutzmaßnahmen gegen Absturz auf Dächern - Planungsgrundlagen zur Auswahl von Absturzschutzsystemen auf Dächern
DGUV I 208-032 01.10.2018 DGUV Information 208-032 - Auswahl und Benutzung von Steigleitern
DGUV G 312-906 2017 DGUV Grundsatz 312-906 - Grundlagen zur Qualifizierung von Personen für die sachkundige Überprüfung und Beurteilung von persönlichen Absturzschutzausrüstungen
DIN 4426 :2017-01 Einrichtungen zur Instandhaltung baulicher Anlagen - Sicherheitstechnische Anforderungen an Arbeitsplätze und Verkehrswege - Planung und Ausführung
ASR A1.8 17.06.2024 Verkehrswege