Der Höhenarbeiterhelm
Warum ist das tragen eines Helmes beim klettern oder arbeiten mit PSA gegen Absturz so wichtig?
Oft ist das Fehlen eines Helmes nach Anstoßen mit dem Kopf der Auslöser für einem Sturz. Ein passender Helm ist unverzichtbarer Bestandteil der PSA jedes Höhenarbeiters. Der Höhenarbeiterhelm schützt dabei nicht nur vor herabfallenden Gegenständen, sondern zusätzlich gegen Kopfverletzungen durch Anstoßen.
Über Gefährdungsbeurteilung nach TRBS 1111 kann das mögliche Eintreten eines Pendelsturzes bei Auffangvorgängen in Persönliches Absturzschutzsystem der DIN EN 363 nur selten ausgeschlossen werden. Schon leichte Kopfverletzungen führen oft und schnell zur Bewusst- und damit Bewegungslosigkeit. Tritt dieser Umstand ein, befindet sich der Verunfallte in unmittelbarer Gefahr einem Hängetrauma zu erliegen.
Auswahl eines Höhenarbeiterhelms
Achten Sie bei der Auswahl eines Helmes auf einen guten Tragekomfort. Häufig sind Helme mit Aufnahmen für sinnvolles Zubehör, wie z.B. Aufkleber, Stirnlampen oder Gesichts- und Gehörschutz ausgestattet. Achten Sie bereits bei Ihrer Auswahl darauf. Eine nachträgliche Installation ist selten möglich, ohne dabei einen nichtzulässigen Eingriff in das Baumuster vorzunehmen.
Die richtige Wahl eines Kopfschutzes ist allerdings nicht frei von Normvorschriften. Die Baumusterprüfung eines Helms durchläuft vor der Vermarktung ein Prüfverfahren nach DIN EN 13087 ... zur Analyse der relevanten Helmeigenschaften.
Für bestimmte Anwendungsbereiche z.B. Anwendung im absturzgefährdeten Bereich ergeben sich dann noch Spezifikationen und besondere Ergebnisse und Anforderungen.
"Industrie-Anstoßkappen" nach DIN EN 812 sind bei professionellen Arbeiten mit Persönlichen Absturzschutzsystemen nicht die richtige Wahl.
Im industriellen Bereich gelten für ausschließlich mit einem Kinnband ausgestattete Industrieschutzhelme nach DIN EN 397 bzw. Hochleistungs-Industrieschutzhelme nach DIN EN 14052 als wirksamer Kopfschutz.
Baumkletterer nutzen "Bergsporthelme" nach DIN EN 12492. Diese sind mit einem an 4 Punkten mit der Helmschale verbundenem Gabelkinnriemen ausgestattet. Der Verschluss öffnet sich erst bei stärkerem Einwirken und sorgt somit dafür, dass der "Bergsporthelm" auch bei Stürzen (z.B. Pendelsturz mit seitlichem Anschlagen) auf dem Kopf des Trägers hält und damit wirksam bleibt.
Für Helme von Industriekletterern gibt es keine spezielle bzw. passende Norm. Die TRBS 2121 Teil 3 und Fachverbände wie FISAT e.V. und IRATA stellen hier ebenfalls die *zuvor beschriebenen "Bergsporthelme" nach DIN EN 12492 in den Mittelpunkt. Zusätzlich sollte aber auch die Normen DIN EN 397 oder DIN EN 14052 des industriellen Bereichs erfüllt werden. Unter anderem auch deshalb, weil dieser Anspruch auf potentiellen Baustellen und Werksgeländen von den entsprechenden Betreibern über die mitgeltenden Gefährdungsbeurteilungen ermittelt wurde.
Bei der Benutzung von PSA gegen Absturz mit Industrieschutzhelmen besteht im Falle eines Auffangvorganges das Risiko der Kopfverletzung durch das Herabfallen des Schutzhelmes. Daher wird empfohlen, Schutzhelme mit Drei- oder Vierpunktkinnriemen aus dem Bergsport zu verwenden, die zusätzlich auch die Anforderungen nach DIN EN 397 erfüllen. Quelle: DGUV R 112-198 Abs. 7.2.3
Normen, welche nicht selten in zusätzlicher Verbindung mit einem Höhenarbeiterhelm stehen:
- Sportkletterhelme nach UIAA 106
- Elektrisch isolierende Helme für Arbeiten an Niederspannungsanlagen nach DIN EN 50365
- Kanu- und Wildwassersporthelme nach DIN EN 1385 (Canyoning)
Hilfreiche Links und Informationen zur Kennzeichnung, Pflege und Kontrolle