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Prüfcheckliste

Familiencheckliste

Prüfgrundlage:
DGUV G 305-202, DIN EN 1147 Beiblatt 1
  1. Prüffähigkeit & Herstellerhinweise
  2. Gebrauchs- & Prüfhistorie
  3. Daten & Ablegereife
  4. Kennzeichnung & Identität
  5. Änderungen & Kompatibilität
  6. Durchführung einer Belastungsprüfung nach Prüfgrundlage:DGUV G 305-202 (4)
  7. Sichtprüfung
  8. Funktionsprüfung
  9. 1. Holme
  10. 1.1. Verformung
  11. 1.2. Beschädigung (z. B. Risse)
  12. 1.3. Scharfe Kanten, Splitter, Grat
  13. 1.4. Abnutzung
  14. 1.5. Schutzbehandlung (bei Holz)
  15. 2. Sprossen/Stufen/Plattform
  16. 2.1. Verformung
  17. 2.2. Beschädigung
  18. 2.3. Scharfe Kanten, Splitter, Grat
  19. 2.4. Verbindung zum Holm (z. B. Bördelung, Schraub-/Nietverbindung, Schweißnaht)
  20. 2.5. Abnutzung (z. B. Trittfläche, Plattformauflage)
  21. 3. Spreizsicherungen
  22. 3.1. Vollständigkeit/Befestigung
  23. 3.2. Funktionsfähigkeit
  24. 3.3. Beschädigung
  25. 4. Beschlagteile
  26. 4.1. Beschädigung/Korrosion
  27. 4.2. Vollständigkeit/Befestigung
  28. 4.3. Funktionsfähigkeit
  29. 4.4. Abnutzung
  30. 4.5. Schmierung (mech. Teile)
  31. 5. Leiter-/Trittfüße/ Rollen
  32. 5.1. Vollständigkeit/Befestigung
  33. 5.2. Abnutzung/Beschädigung
  34. 5.3. Funktionsfähigkeit
  35. 6. Zubehör (z. B. Holmverlängerung, Fußverbreiterung, Wandabstützung)
  36. 6.1. Vollständigkeit/Befestigung
  37. 7. Kennzeichnung
  38. 7.1. Betriebsanleitung (z. B. Piktogramm)
  39. 8. Kontrollergebnis
  40. 8.1. Leiter i. O. und verwendungsfähig
  41. 8.2. Reparatur notwendig
  42. 8.3. Leiter sofort aussondern?

Beschreibung

Feuerwehrleitern sind hochspezialisierte taktische Einsatzmittel, die primär für die Menschenrettung, als Angriffsweg für Einsatzkräfte oder zur Überwindung von Hindernissen konstruiert sind. Sie unterscheiden sich in ihrer Konzeption, Statik und Materialbeschaffenheit grundlegend von gewerblichen Leitern.

Das Besondere an tragbaren Feuerwehrleitern lässt sich in folgenden technischen und einsatztaktischen Merkmalen zusammenfassen:

1. Spezifische Normierung und Belastbarkeit

Tragbare Feuerwehrleitern unterliegen der DIN EN 1147. Diese fordert eine deutlich höhere statische und dynamische Belastbarkeit als Normen für Standardleitern.

Traglast:
Während gewerbliche Leitern meist auf eine Maximallast von 150 Kilogramm ausgelegt sind, müssen Feuerwehrleitern das Gewicht von mindestens zwei voll ausgerüsteten Einsatzkräften (inklusive schwerem Atemschutz) sowie gegebenenfalls einer zu rettenden Person sicher aufnehmen.

Prüfung:
Die Instandhaltung und regelmäßige Überprüfung erfolgt nach spezifischen Vorgaben, insbesondere nach DGUV Grundsatz 305-002.

2. Taktische Modularität und Bauarten

Die Leitern sind so konstruiert, dass sie flexibel auf unterschiedliche Gebäudehöhen und schwer zugängliche Einsatzstellen angepasst werden können. Man unterscheidet hauptsächlich vier genormte Typen:

Steckleiter:
Der Standard bei den meisten Feuerwehren. Sie besteht aus bis zu vier kombinierbaren Leiterteilen. Voll zusammengesteckt erreicht sie eine Rettungshöhe von ca. 7,20 Metern (entspricht dem 2. Obergeschoss).

Schiebleiter:
Eine zwei- oder dreiteilige Leiter, die über einen Seilzug ausgezogen wird. Sie verfügt über Stützstangen zur Stabilisierung und erreicht Rettungshöhen von bis zu 12 Metern (3. Obergeschoss).

Hakenleiter:
Besitzt einen großen Stahlhaken an der Spitze. Mit ihr können Einsatzkräfte sich an Fensterbrüstungen oder Balkonen von Stockwerk zu Stockwerk an einer Fassade hocharbeiten. Sie ist für Einsatzstellen gedacht, an denen keine Standfläche für andere Leitern existiert.

Klappleiter:
Eine kurze, zusammenklappbare Leiter, die sich durch ihr geringes Packmaß für enge Räume oder als Überstiegshilfe eignet.

3. Material und Widerstandsfähigkeit

Das Material muss extremen Umgebungsbedingungen standhalten.

Holz und Aluminium:
Früher bestanden fast alle Feuerwehrleitern aus speziellem Holz, da dieses bei Hitzeeinwirkung nicht abrupt seine Festigkeit verliert. Heute werden vorwiegend hochfeste Aluminiumlegierungen verwendet, die Gewicht einsparen, aber dennoch gegen mechanische Stöße, leichte Strahlungshitze und chemische Einflüsse resistent sind.

Ergonomie unter Extrembedingungen:
Die Sprossenabstände und -profile sind so dimensioniert, dass sie auch mit schweren Feuerwehrschutzhandschuhen und klobigem Schuhwerk ein sicheres Steigen bei Nässe oder Kälte ermöglichen.

ToDo

Je nach Bauart und Funktion können folgende Leitertypen unterschieden werden:

Tragbare

  • Klappleiter
  • Hakenleiter
  • Steckleiter
    • Bockleiter
    • Schlauchüberführung (-brücke)
  • Schiebleiter
  • Multifunktionsleiter

Quelle: DIN 14011 3.4.9

Mobile

  • Anhängeleiter AL 16-4
  • Drehleiter DL 16-4 mit Handantrieb

  • DGUV Vorschrift 49 „Feuerwehren“, DGUV Regel 105-049 „Feuerwehren“

Literaturverweise

Name letzte Aktualisierung Titel
FwDV 10 01.10.2019 Feuerwehr Dienstvorschrift 10 - Die tragbaren Leitern
DIN EN 1147 :2010-10 Tragbare Leitern für die Verwendung bei der Feuerwehr
DIN EN 1147 Beiblatt 1 01.01.2018 Tragbare Leitern für die Feuerwehr nach DIN EN 1147 - Beiblatt 1: Klappleiter, Hakenleiter, Schiebleiter, Steckleiter, Einsteckteil, Steckleiter-Verbindungsteil, Multifunktionsleiter
DIN EN 131 Leitern
DIN EN 131-2 01.04.2017 Leitern - Teil 2: Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung
DIN EN 131-3 :2018-03 Leitern - Teil 3: Benutzerinformation
DIN 14011 :2018-01 Feuerwehrwesen - Begriffe
DIN 14094 2017 Feuerwehrwesen - Notleiteranlagen
TRBS 2121 Teil 2 01.12.2018 Gefährdung von Beschäftigten bei der Verwendung von Leitern
DGUV G 305-202 :2021-05 DGUV Grundsatz 305-202: Prüfgrundsätze für Ausrüstungen, Geräte und Fahrzeuge der Feuerwehr