Feuerwehrleitern sind hochspezialisierte taktische Einsatzmittel, die primär für die Menschenrettung, als Angriffsweg für Einsatzkräfte oder zur Überwindung von Hindernissen konstruiert sind. Sie unterscheiden sich in ihrer Konzeption, Statik und Materialbeschaffenheit grundlegend von gewerblichen Leitern.
Das Besondere an tragbaren Feuerwehrleitern lässt sich in folgenden technischen und einsatztaktischen Merkmalen zusammenfassen:
1. Spezifische Normierung und Belastbarkeit
Tragbare Feuerwehrleitern unterliegen der DIN EN 1147. Diese fordert eine deutlich höhere statische und dynamische Belastbarkeit als Normen für Standardleitern.
Traglast:
Während gewerbliche Leitern meist auf eine Maximallast von 150 Kilogramm ausgelegt sind, müssen Feuerwehrleitern das Gewicht von mindestens zwei voll ausgerüsteten Einsatzkräften (inklusive schwerem Atemschutz) sowie gegebenenfalls einer zu rettenden Person sicher aufnehmen.
Prüfung:
Die Instandhaltung und regelmäßige Überprüfung erfolgt nach spezifischen Vorgaben, insbesondere nach DGUV Grundsatz 305-002.
2. Taktische Modularität und Bauarten
Die Leitern sind so konstruiert, dass sie flexibel auf unterschiedliche Gebäudehöhen und schwer zugängliche Einsatzstellen angepasst werden können. Man unterscheidet hauptsächlich vier genormte Typen:
Steckleiter:
Der Standard bei den meisten Feuerwehren. Sie besteht aus bis zu vier kombinierbaren Leiterteilen. Voll zusammengesteckt erreicht sie eine Rettungshöhe von ca. 7,20 Metern (entspricht dem 2. Obergeschoss).
Schiebleiter:
Eine zwei- oder dreiteilige Leiter, die über einen Seilzug ausgezogen wird. Sie verfügt über Stützstangen zur Stabilisierung und erreicht Rettungshöhen von bis zu 12 Metern (3. Obergeschoss).
Hakenleiter:
Besitzt einen großen Stahlhaken an der Spitze. Mit ihr können Einsatzkräfte sich an Fensterbrüstungen oder Balkonen von Stockwerk zu Stockwerk an einer Fassade hocharbeiten. Sie ist für Einsatzstellen gedacht, an denen keine Standfläche für andere Leitern existiert.
Klappleiter:
Eine kurze, zusammenklappbare Leiter, die sich durch ihr geringes Packmaß für enge Räume oder als Überstiegshilfe eignet.
3. Material und Widerstandsfähigkeit
Das Material muss extremen Umgebungsbedingungen standhalten.
Holz und Aluminium:
Früher bestanden fast alle Feuerwehrleitern aus speziellem Holz, da dieses bei Hitzeeinwirkung nicht abrupt seine Festigkeit verliert. Heute werden vorwiegend hochfeste Aluminiumlegierungen verwendet, die Gewicht einsparen, aber dennoch gegen mechanische Stöße, leichte Strahlungshitze und chemische Einflüsse resistent sind.
Ergonomie unter Extrembedingungen:
Die Sprossenabstände und -profile sind so dimensioniert, dass sie auch mit schweren Feuerwehrschutzhandschuhen und klobigem Schuhwerk ein sicheres Steigen bei Nässe oder Kälte ermöglichen.
ToDo
Je nach Bauart und Funktion können folgende Leitertypen unterschieden werden:
Tragbare
- Klappleiter
- Hakenleiter
- Steckleiter
- Bockleiter
- Schlauchüberführung (-brücke)
- Schiebleiter
- Multifunktionsleiter
Quelle: DIN 14011 3.4.9
Mobile
- Anhängeleiter AL 16-4
Drehleiter DL 16-4 mit Handantrieb
DGUV Vorschrift 49 „Feuerwehren“, DGUV Regel 105-049 „Feuerwehren“