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Quellen » Quelle: TRBS 2121 Teil 3 (Absturzgefährdung - Seilzugangstechnik)

TRBS 2121 Teil 3 (Absturzgefährdung - Seilzugangstechnik)

Technische Regel für Betriebssicherheit 2121 Teil 3
Gefährdungen von Personen durch Absturz - Bereitstellung und Benutzung von Zugangs- und Positionierungsverfahren unter Zuhilfenahme von Seilen

Allgemeines

Die Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS) geben den Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Arbeitshygiene sowie sonstige gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse für die Verwendung von Arbeitsmitteln wieder. Sie werden vom Ausschuss für Betriebssicherheit ermittelt bzw. angepasst und vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Gemeinsamen Ministerialblatt bekannt gegeben.

Diese TRBS 2121 Teil 3 konkretisiert im Rahmen ihres Anwendungsbereichs die Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV). Bei Einhaltung der Technischen Regel kann der Arbeitgeber insoweit davon ausgehen, dass die entsprechenden Anforderungen der Verordnung erfüllt sind. Wählt der Arbeitgeber eine andere Lösung, muss er damit mindestens die gleiche Sicherheit und den gleichen Gesundheitsschutz für die Beschäftigten erreichen.

Quelle: Auszug aus TRBS 2121 Teil 3

Definition

Diese Technische Regel gilt für die Ermittlung von Maßnahmen zum Schutz von Beschäftigten vor Gefährdungen gegen Absturz bei der Verwendung von Zugangsund Positionierungsverfahren unter Zuhilfenahme von Seilen. Sie konkretisiert den 2. Abschnitt und den Anhang 1 Abschnitt 3 Nummer 3.4 der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV). Sie ist in Verbindung mit der TRBS 2121 "Gefährdungen von Personen durch Absturz – Allgemeine Anforderungen" anzuwenden.

Zugangs- und Positionierungsverfahren unter Zuhilfenahme von Seilen finden
Anwendung z. B. in den Bereichen:
- Wartungs- und Reinigungsarbeiten an Fassaden
- Arbeiten im Hoch- oder Tiefbau
- Kessel- oder Silobefahrungen
- Auf- und Abbauarbeiten in der Veranstaltungstechnik
- Inspektion und Wartung von Windenergieanlagen
- Drehmomentprüfungen an Gittermasten
- Installation von kollektiven Absturzschutzmaßnahmen
- Veranstaltungsrigging
- Hang- und Felssicherung
- Baumarbeiten
Dabei ist die gegenseitige Rettung der Beschäftigten eingeschlossen.

Einordnung in die Systematik

Zugangs- und Positionierungsverfahren unter Zuhilfenahme von Seilen = Systeme für seilunterstützten Zugang sind arbeitschutzrechtlich anerkannte Verfahren, bei denen sich Beschäftigte planmäßig an Seilen vertikal, horizontal oder diagonal fortbewegen und positionieren. Sie bestehen aus einem Tragsystem und einem Sicherungssystem (Redundanz). Die Möglichkeit zur umgehend gegenseitige Rettung der Anwender wird im Verfahren systematisch mit berücksichtigt.

Seilunterstützte Zugangs- und Positionierungsverfahren werden aufgrund der besonderen Anforderungen auf Baustellen hinsichtlich der Ausbildung und notwendigen Fachkundenachweisen derzeit in zwei Disziplinen unterteilt:

  • Seilklettertechnik (SKT) - Baumklettern
  • Seilzugangs- und Positionierungstechnik (SZP) - Industrieklettern

Beide Techniken unterliegen den gleichen gesetzlichen Anforderungen, allerdings unterscheiden sich diese deutlich hinsichtlich deren Umsetzung, Ausführung und bezüglich des eingesetzten Materials.

Ausgewählte Inhalte (Zusammenfassung)

  • Anwendung nur unter Aufsicht eines geeigneten beauftragten Aufsichtsführenden, der für Planung, Sicherheit und vorschriftsmäßige Durchführung der Arbeiten verantwortlich ist
  • TRBS 1111 (Gefährdungsbeurteilungen) und Erkenntnisquellen für ermittelte Gefährdungen
  • In der Gefährdungsbeurteilung ist zu prüfen, ob für die vorgesehenen Tätigkeiten kein sichereres Arbeitsmittel verwendet werden kann. Grundsatz der Verhältnismäßigkeit
  • Einsteigen bzw. Verlassen des Systems und der Einsatzstelle muss jederzeit gefahrlos möglich sein
  • geeignete Systemkomponenten nach DIN EN 12841 einschließlich Rettungseinrichtungen
  • Auswahl, Inbetriebnahme und Prüfung der Systemkomponenten durch Sachkundige nach DGUV Grundsatz 312-906
  • Anwender müssen fachlich und körperlich geeignet (Ausbildung, keine gesundheitlichen Bedenken) sowie in Erster Hilfe ausgebildet sein
  • Festlegung der Kenntnisse und Fertigkeiten von Anwendern und Aufsichtsführenden mit unabhängiger Prüfung
  • Anwendung nur durch mindestens 2 Höhenarbeiter, welche sich in Sicht- und Rufkontakt befinden müssen
  • die Rettungsplanung eines handlungsunfähigen im Gurt hängenden Anwenders muss die Spezifikation des Hängetrauma berücksichtigen

Siehe auch:

Quelle und Download


Tipp: Übersicht: Relevante Gesetze, Vorschriften und Regeln

angelegt: 18.10.2014 23:05, letzte Änderung: 10.07.2019 10:20