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Stakeholder im Arbeits- und Gesundheitsschutz

Synonyme:
Verantwortlicher, Verantwortungsträger, Unternehmerpflicht, Wer trägt die Verantwortung im Arbeitsschutz?, Wer haftet bei einer Pflichtverletzung im Arbeitsschutz bzw. nach einem Arbeitsunfall?, Wie funktioniert die Verantwortungsübertragung in Sachkunde24.de?

Einordnung in die Systematik des Arbeits- und Gesundheitsschutz

  • Stakeholder
    Ein Beteiligter der Organisation eines Arbeitsumfelds und dessen Gefährdungsbeurteilung.

  • Institution (Gesellschaft, Unternehmen, Selbsständiger, Fremddienstleister):
    Ein Beteiligter, der finanziellen, wirtschaftlichen,strafrechtlichen und psychischen bis physischen Konsequenzen ausgesetzt ist, sobald ihm eine Verletzung der Fürsorgepflicht anderer Beteiligter durch Unterlassung, Fahrlässigkeit oder Vorsatz bei der Organisation eines für ihn geltenden relevanten Arbeitsumfelds nachgewiesen werden kann.

    • Führungskraft (Beauftragte Person, Arbeitsschutzbeauftrager, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Geschäftsführer):
      Ein Beteiligter, dem möglicherweise fürsorgepflichtige Verantwortungsbereiche in der Ausgestaltung und Organisation eines relevanten Arbeitsumfelds einer Institution übertragen wurden. Die Verantwortung einer Führungskraft steht aufgrund ihrer relativ besonderen Stellung hinsichtlich Treue- und Fürsorgepflicht gegenüber der Institution und weiteren Beteiligten in einem rechtlich individuell facettenreichen Spannungsfeld.

    • Arbeitnehmer (Versicherter, Angestellter, Beschäftigter):
      Ein Beteiligter, der im Auftrag eines Arbeitgebers direkt den Gefährdungs- und Belastungsfaktoren eines Arbeitsumfeldes ausgesetzt ist und den relevanten Forderungen eines Unternehmens oder Führungskraft gegenüber treuepflichtig ist.

    • Benutzer, Anwender, Ausführer, Durchführer
      Ein Beteiligter, welcher ein Arbeitsmittel oder Anlage innerhalb eines relativen Arbeitsumfelds zur Ausführung einer Arbeitsaufgabe eines Arbeitssystems benutzt bzw. anwendet.

Synonyme:
Eigentümer, Bauherr, Betreiber, Anlagenbetreiber, Unternehmer, Arbeitgeber, Führungskraft, arbeitschutzrechtlicher Verantwortungsträger, Person, Gefährdeter, Verunfallter, Benutzer, Anwender, Ausführer, Durchführer, Arbeitnehmer, Angestellter, Beschäftigter, Versicherter, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Arbeitsschutzbeauftrager, Führungskraft, Geschäftsführer, Unternehmer, juristische Person, Rechtssubjekt, Verantwortung, Person, Gefährdeter, Verunfallter, Benutzer, Anwender, Ausführer, Durchführer, Arbeitnehmer, Angestellter, Beschäftigter, Versicherter, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Arbeitsschutzbeauftrager, Führungskraft, Geschäftsführer, Betreiber, Anlagenbetreiber, Unternehmer

Die oben genannten Begriffe und Synonyme werden in vielen Arbeitsschutzgesetzen, Verordnungen, Erläuterungen zur Rechtsauslegung, relevanten Normen, Herstellerhinweisen bei Einsatz von Arbeitsmitteln und Anlagen und nicht zuletzt auch in den Vorschriften, Regeln und Informationen der Berufsgenossenschaften (alles Quellen des Arbeitsschutzes) unterschiedlich konkretisiert. Darüber hinaus werden diese Begrifflichkeiten in der real stattfindenden Auslegung über die Gefährdungsbeurteilungen und Betriebsanweisungen zusätzlich determiniert.
Dieser Umstand führt regelmäßig zu Diskussionen bei der Abgrenzung von Geltungsbereichen oder in Fragen der exakten Wirksamkeit bei arbeitsschutzrechtlicher Verantwortungsübertragung sowohl im präventiven Arbeitsschutz, als auch bei rechtlichen Auseinandersetzungen zur "Schuldfrage" nach Arbeitsunfällen und deren Klärung hinsichtlich Schadensursache und Schadensausmaß.

Ein weiteres Problem stellt vor allem die quantitative Menge an "Regeln im Arbeitschutz" dar. Erschwerend kommt der teilweise kostenpflichtige Zugang und die Organisation von aktuellen Informationsquellen. Die Verbreitung veralteter Dokumente im Internet stellen dabei ebenso ein Problem dar wie sprachliche Übersetzungsfehler und der resultierend entstehende Mangel an Griffigkeit bezüglich einer einheitlich-fachliche Terminologie.

Es stellt sich also die Frage, ob alle in Arbeitsumfeldern Beteiligten objektiv überhaupt befähig werden können die Quantität, die Komplexität und die Relevanz aller Regeln und Pflichten zu erfassen. Desweiteren stellt sich die Frage mit welchen Mitteln und Zeit diese ausgestattet werden müssten um Ihrer Aufgabe angemessen und rechtssicher erfüllen zu können.

Quellen:

angelegt: 18.10.2014 23:05, letzte Änderung: 25.05.2022 15:16