Registrieren

Glossar » Glossar: Ordnung: Spielplatzgeräte und Spielplatzböden (SpPl)

Ordnung: Spielplatzgeräte und Spielplatzböden (SpPl)

Spielplatz, Kinderspielplatz, Spielgerät, Fallschutz, Spielplatzprüfung

Definition:

Ein Spielplatz (eng. playground) ist ein in sich geschlossener Spielbereich mit einem oder mehreren Spielplatzgeräten und den normseitig geforderten Spielplatzböden, auf dem Kinder ohne Risiko für ihr Leben oder lebensbedrohlichen Verletzungen spielen können.

Klassifizierung:

Grundsätzlich wird zwischen "privaten" und "öffentlichen" Spielplätzen differenziert, wobei letztere weitaus höheren Anforderungen entsprechen müssen. Wohingegen auf einem Privatspielplatz lediglich die Spielgeräte die sehr allgemeine DIN EN 71 für die Sicherheit von Spielzeug erfüllen müssen, sind bei den öffentlichen Spielplätzen, durch die erheblich umfangreicheren DIN EN 1176 & DIN EN 1177 für Spielplatzgeräte und Spielplatzböden, neben den Spielplatzgeräten und den Spielplatzböden auch Anforderungen an die Spielplatzhülle (Einfriedung, Zugänglichkeit, Barrierefreiheit, Vegetation, etc.) gestellt. Diese Normen legen neben den Anforderungen an einzelne Spielplatzgeräte und Spielplatzböden auch die Regeln für den Betrieb und Wartung von Spielplätzen fest.

Prüfroutinen:

  1. Visuelle Routine-Inspektion: Täglich bis wöchentlich durch den Hausmeister oder Mitarbeiter der Stadt/Gemeinde, zur Feststellung von offensichtlichen Mängeln, resultierend aus Vandalismus, Verschleiß und Witterungseinflüssen.

  2. Operative Inspektion: Diese Inspektion sollte alle 1 bis 3 Monate oder nach Maßgabe der Hersteller-Anweisungen, zur Feststellung des betriebssicheren Zustandes und der Stabilität mit Hinblick auf Verschleiß, durchgeführt werden. Die operative Prüfung sollte dabei mindestens folgende Prüfungen beinhalten:

    • Sauberkeit der Anlage,
    • erforderlicher Fallschutz,
    • Bodenfreiheit der Spielgeräte,
    • übermäßiger Verschleiß,
    • freiliegende Fundamente.
  3. Jährliche Hauptuntersuchung: Diese Inspektion der Anlage sollte von einer unabhängigen sachkundigen Personen durchgeführt werden. Die Prüfung beinhaltet, neben den Anforderungen an die Operative Inspektion, die Feststellung des betriebssicheren Zustands des gesamten Spielplatzes und sollte nach der Errichtung und vor der Inbetriebnahme erstmalig, sowie im Folgenden mindestens einmal jährlich durchgeführt werden. Jedes Gerät ist dabei zusätzlich hinsichtlich folgender Prüfungen zu untersuchen:

    • Konstruktive Festigkeit und Fundamente (Fundamente freilegen)
    • Mindesträume (Freiräume, Fallräume und Geräteraum)
    • Absturzsicherung (freie Fallhöhe etc.)
    • Fangstellen] (ggfs. Einsatz von Prüfkörpern gem. DIN EN 1176-1)
    • Verschleiß und Verrottung
    • Mindesträume (Freiräume, Fallräume und Geräteraum)
    • Fallschutz (Eignung, Bodenbeschaffenheit, Schichtdicke)

Prüfberechtigung:

Die jährliche Hauptuntersuchung muss gem. DIN EN 1176-7 von einem Sachkundigen durchgeführt werden (1), welcher dazu durch eine allgemein bezugnehmende Ausbildung (z.B. Qualifizierter Spielplatzprüfer gem. DIN 79161) befähigt oder vom Hersteller hinreichend qualifiziert wurden.

Errichtung und Inbetriebnahme:

Artikel können im System angelegt, in das Lager gelegt und später errichtet, oder direkt beim Anlegen errichtet werden. Nach der Errichtung ist jeder Artikel dieser Ordnung prüfpflichtig, da normseitig eine Inbetriebnahmeprüfung durchgeführt werden sollte.(2) Nach erreichen einer gültigen Prüfung kann der Artikel dann in Betrieb genommen werden.

Familien und Typen:

Die in den einzelnen Teilen der DIN EN 1176 1-11von einander abgegrenzten Spielplatzgeräte und Spielplatzböden eines Spielplatzes werden auf Sachkunde24.de über die Familien abgebildet. In den Normteilen werden diese nochmals typisiert, da für die unterschiedlichen Typen eines Spielgerätes mitunter deutliche Anforderungsunterschiede herrschen. Diese Anforderungen wurden auf Sachkunde24.de verarbeitet und durch entsprechende Checklisten den jeweiligen Typen zugeordnet.

Allgemein:

(entspricht: DIN EN 1176-1,7)

Podeste:

  • Podest (max. Fallhöhe 600mm)
  • Podest (600mm ≤ freie Fallhöhe < 1000mm)
  • Podest (1000mm ≤ freie Fallhöhe < 1500mm)
  • Podest (1500mm ≤ freie Fallhöhe < 2000mm)
  • Podest (2000mm ≤ freie Fallhöhe < 3000mm)

(entspricht: DIN EN 1176-1,7:2008)

Zu- und Abgänge:

  • Kletter-Rutsch-Stange
  • Kletternetze
  • Kletterwand
  • Rampe
  • Sprossenleiter
  • Taue und Seile
  • Treppen

(entspricht: DIN EN 1176-1,7)

Brücken:

  • Hänge- und Wackelbrücke
  • Kettensteg
  • Seil - und Netzbrücke
  • Starre Brücke

(entspricht: DIN EN 1176-1,7)

Schaukeln:

  • (Typ 1) Schaukel mit einer Drehachse
  • (Typ 2) Schaukel mit mehreren Drehachsen
  • (Typ 3) Einpunktschaukel
  • (Typ 4) Kontaktschaukel

(entspricht: DIN EN 1176-1,2,7)

Rutschen:

  • Anbaurutsche (Typ 1)
  • Anbaurutsche (Typ 2)
  • Freistehende Rutsche (Typ 1)
  • Freistehende Rutsche (Typ 2)
  • Hangrutsche (Typ 1)
  • Hangrutsche (Typ 2)

(entspricht: DIN EN 1176-1,3,7)

Wippgeräte:

  • (Typ 1) axiale Wippe
  • (Typ 2A) Einpunkt-Wippgerät mit vorgegebener Haupt-Bewegungsrichtung
  • (Typ 2B) Einpunkt-Wippgerät mit Bewegungsmöglichkeit in mehrere Richtungen
  • (Typ 3A) Mehrpunkt-Wippgerät mit vorgegebener Haupt-Bewegungsrichtung
  • (Typ 3B) Mehrpunkt-Wippgerät mit Bewegungsmöglichkeit in mehrere Richtungen
  • (Typ 4) Schwingwippe
  • (Typ 5) Schwenk-Wippe oberhalb der Benutzerposition gelagert
  • (Typ 6) einachsige Überkopf-Wippe

(entspricht: DIN EN 1176-1,6,7)

Karussels:

  • (Typ A) Drehkreuz
  • (Typ B) Karussell mit mitdrehendem Boden
  • (Typ C) Drehpilze & Rundläufe
  • (Typ D) Bahngeführte Karussells
  • (Typ E) Drehscheibe

(entspricht: DIN EN 1176-1,5,7)

Seilbahnen:

  • Seilbahn für sitzende Benutzung
  • Seilbahn für hängende Benutzung

(entspricht: DIN EN 1176-1,4,7)

Spielplatzböden:

  • Fallschutz
  • Spielsand
  • Synthetischer Fallschutz

(entspricht: DIN EN 1176-1,7 & DIN EN 1177)

Sonstiges (prüfpflichtig):

  • Spielgerät ohne DIN EN 1176
  • Spielhaus
  • Sprunggerät

(entspricht: DIN EN 1176-1,7)

Systembesonderheiten:

Im Zuge einer benutzerfreundlichen Programmierung wurden standardisierte Prozessen anderer Ordnungen für die der "Spielplatzgeräte und Spielplatzböden" angepasst und optimiert.

Anlegen von Spielplätzen, Spielgerätegruppen oder Spielplatzgeräten:

Der Nutzer hat die Möglichkeit systemseitig vorgefertigte Prozesse zum Anlegen von Artikel zu wählen. Dabei übernimmt Sachkunde24.de lediglich einzelne Schritte, welche der Nutzer nach wie vor auch einzeln durchführen kann.

  • Spielplatz neu anlegen: Hierbei wird in der Prozessabfolge eine Gruppe mit dem Standardnormartikel "Spielplatz ohne Spielplatzgeräte" angelegt. Dieser Artikel ermöglicht später die Prüfung der Spielplatzhülle.
  • Spielplatzgerät anlegen: Mit dieser Funktion kann jeder Artikel frei angelegt werden.

Modellverzeichnis:

Sachkunde24.de bietet mit den Normmodellen eine einfach Lösung Artikel anzulegen. Darüber hinaus wird kein umfängliches Modellverzeichnis wie z.B. für PSAgA geführt.

Quellen:

(1) vgl. DIN EN 1176-7 6.2.c
(2) vgl. DIN EN 1176-7 5.3

angelegt: 11.04.2017 11:54, letzte Änderung: 03.04.2018 11:08